Persönlicher Reiseblog · Sommer 2025

Das erste Mal
in Japan

August 2025 — drei Wochen, vier Städte, unvergessliche Erinnerungen

👤

Hallo, ich bin Alexander

Japan stand seit Jahren auf meiner Liste. Im August 2025 hab ich es endlich gemacht — drei Wochen, Rucksack, JR Pass und kein Wort Japanisch. Diese Seite ist mein Gedächtnis. Vielleicht hilft sie auch jemandem bei der Planung.

📅 August 2025 🗺 4 Städte ⏱ 21 Tage 📷 Eigene Fotos
// Reiseroute
Tokio Kamakura Tokio Osaka Kyoto Osaka Tokio
01

Tokio — die ersten Tage

🏙️
Ginza — Tokios Prachtmeile
銀座 · sonntags autofrei

An Sonntagen wird die Hauptstraße von Ginza für Autos gesperrt und gehört den Fußgängern. Luxusboutiquen, alte Architektur, Straßenmusiker. Ich wollte nur kurz vorbeischauen und habe am Ende einen halben Tag dort verbracht. Das Mitsukoshi-Gebäude mit seiner goldenen Fassade ist allein schon sehenswert.

Ginza Tokio, autofreier Sonntag August 2025
📷 Ginza, autofreier Sonntag. August 2025
Tipp: Sonntags von 12–17 Uhr ist die Straße gesperrt. An anderen Tagen interessant, aber so besonders ist es nur am Wochenende.
U-Bahn GinzaSo. autofreiKostenlos
📡
Tokyo Skytree
東京スカイツリー · 634 m

Der höchste Turm Japans und der zweithöchste der Welt. Von unten wirkt er schlicht unwirklich — der Nacken schmerzt beim Hochschauen. Ich bin nicht raufgefahren (die Schlange und der Preis haben mich abgeschreckt), aber der Blick von unten ist schon beeindruckend. Daneben das Einkaufszentrum Solamachi und die Kanäle des Sumida-Viertels — schön für einen Spaziergang.

Tokyo Skytree von unten
📷 Tokyo Skytree — Blick von unten. August 2025
Tipp: Wer einen Stadtpanorama-Ausblick will — die Aussichtsplattform des Shinjuku-Rathauses ist kostenlos und kaum schlechter. Der Skytree kostet 3000+ Yen.
U-Bahn OshiageAußen kostenlosAuffahrt kostenpflichtig
🌿
Shinjuku Gyoen — Garten mitten in der Stadt
新宿御苑

Riesiger Park im Herzen Tokios — japanischer, französischer und englischer Garten auf einem Gelände. Bei der Augusthitze eine echte Rettung. Die alten Kiefern sind in bizarre horizontale Formen geschnitten — jeder Baum wirkt wie eine lebende Skulptur. Ich habe drei Stunden dort verbracht, einfach am Teich gesessen mit Matcha-Eis.

Japanischer Garten mit Kiefern und Teich
📷 Japanischer Garten — Kiefern über dem Teich. August 2025
Tipp: Eintritt 500 Yen. Alkohol ist verboten — wird am Eingang kontrolliert. Dafür ist es angenehm ruhig.
500 YenU-Bahn Shinjuku-GyoemmaeBis 18:30 Uhr
· · ·
02

Kamakura

🙏
Der Große Buddha von Kotoku-in
高徳院 大仏 · 13 Meter Bronze

Eine Stunde mit dem Zug von Tokio — und eine völlig andere Welt. Kamakura war einst die Hauptstadt der Samurai. Das Ziel: die bronzene Buddha-Statue unter freiem Himmel. Sie steht in den Bergen, umgeben von Bäumen. Anders als der Buddha in Nara ist dieser nicht in einem Gebäude — der Moment, wenn er hinter den Bäumen auftaucht, ist überraschend berührend.

Tipp: Linie Yokosuka vom Tokioter Bahnhof bis Kita-Kamakura, dann zu Fuß. Den ganzen Tag kann man zwischen Tempeln durch die Berge wandern.
300 Yen Eintritt1 Std. von TokioJR Pass
⛩️
Hase-dera — Tempel der hundert Jizo
長谷寺

Ein Tempel auf einem Hügel mit Meeresblick und Hunderten kleiner Steinstatuen in roten Lätzchen entlang der Wege. Gleichzeitig schön und irgendwie gruselig. Der Blick auf die Sagami-Bucht vom Hügel gehört zu den besten Aussichten der ganzen Reise.

Tipp: 400 Yen Eintritt. An Wochentagen kommen, am Wochenende gibt es eine lange Schlange am Eingang.
400 YenMeerblickWochentags besser
· · ·
03

Osaka

🍜
Dotonbori — Neon und Streetfood
道頓堀

Osaka ist die Essenshauptstadt Japans. Dotonbori ist ein Kanal mit Neonreklamen und Straßenessen an jeder Ecke. Takoyaki, Ramen, Okonomiyaki — ich habe vier- bis fünfmal am Tag gegessen und bereue nichts. Der berühmte rennende Glico-Mann auf der Hausfassade ist das obligatorische Foto.

Tipp: Essen ist hier günstiger als in Tokio. Takoyaki ab 500 Yen für 8 Stück. Abends kommen — die Lichter spiegeln sich im Kanal.
KostenlosU-Bahn NambaAbends am schönsten
🏯
Burg Osaka
大阪城

Der weiße fünfstöckige Turm vor blauem Augusthimmel — ein starkes Bild. Innen ein Geschichtsmuseum und Stadtpanorama vom obersten Stockwerk. Die Burg wurde 1931 in Beton rekonstruiert, wirkt aber überzeugend. Der Park darum herum ist riesig — gut für einen Morgenlauf oder Spaziergang.

Tipp: Turmeintritt 600 Yen. Park kostenlos. Morgens machen hier ältere Japaner Tai-Chi — schöner Anblick.
600 YenU-Bahn Osakajo-koenPark kostenlos
· · ·
04

Kyoto

🌿
Kokoen — traditioneller Garten
好古園

Ein traditioneller japanischer Garten am Fuß der Burg. Mehrere thematische Teilgärten sind durch überdachte Gänge verbunden. Hier versteht man, was japanische Gartenkunst bedeutet — jeder Stein, jeder Baum sitzt nicht zufällig. Der hölzerne Pavillon über dem grünen Teich ist ein Ort, an dem man einfach sitzen und nichts tun möchte.

Traditioneller japanischer Pavillon über dem Teich, Kyoto
📷 Traditioneller Pavillon über dem Teich. August 2025
Tipp: Eintritt nur 310 Yen — lachhaft günstig für so viel Schönheit. Am frühen Morgen oder bei bewölktem Wetter sind die Spiegelungen im Wasser besonders schön.
310 YenNeben Burg HimejiMorgens ruhig
🦊
Fushimi Inari — tausend Torii-Tore
伏見稲荷大社

Tausende orangefarbener Torii-Tore, die einen Berghang hinaufführen. Eines der eindrucksvollsten Orte der gesamten Reise. Die meisten Touristen drehen an der ersten Weggabelung um. Geht weiter — nach 30–40 Minuten verschwindet die Menge und man steht fast allein im orangefarbenen Tunnel.

Tipp: Bei Sonnenaufgang oder nach 16 Uhr kommen. Ganzer Weg hinauf und zurück etwa zwei Stunden. Durchgehend geöffnet, kein Eintritt.
KostenlosZug JR Inari24/7 geöffnet
🎋
Bambushain Arashiyama
嵐山竹林

Ein schmaler Weg durch hohe Bambuspflanzen. Das Rauschen des Winds im Bambus ist völlig einzigartig — dieses Geräusch gibt es nirgendwo sonst. Der Hain selbst ist klein, etwa 15 Gehminuten, aber ringsum gibt es viel: den Tenryu-ji-Tempel, das Flussufer, traditionelle Teeläden. Im August ist das Grün auf dem Höhepunkt.

Tipp: Um 6–7 Uhr morgens ist hier fast niemand — ein völlig anderes Erlebnis als mittags, wenn alles voller Touristen ist.
KostenlosZug nach ArashiyamaFrüh morgens
· · ·
05

Tokio — die letzten Tage

⛩️
Senso-ji Tempel, Asakusa
浅草寺

Ich hab ihn für den Schluss aufgespart — keine Entscheidung bereut. Tokios ältester buddhistischer Tempel wirkt am Ende der Reise ganz anders — man versteht den Kontext, liest den Raum anders. Um 7 Uhr morgens, die Nakamise-Einkaufsstraße noch geschlossen, kaum Touristen. Weihrauch, Mönche, Stille — ein völlig anderer Tempel als mittags.

Tipp: Die Händlerstraße öffnet gegen 10 Uhr. Für Souvenirs — später wiederkommen. Für Atmosphäre — früh kommen.
KostenlosU-Bahn AsakusaMorgens am besten
🌆
Akihabara und Jiyugaoka
秋葉原 · 自由が丘

Kontraste zum Abschluss. Akihabara — das Viertel der Elektronik und Anime-Kultur, mehrstöckige Läden mit Gadgets und Figuren. Jiyugaoka — ein ruhiges Viertel mit europäischen Cafés und Patisserien, das „kleine Paris Tokios". Beide an einem Tag — ein guter Abschluss für eine Reise, die selbst voller Kontraste war.

U-Bahn AkihabaraU-Bahn JiyugaokaKostenlos
· · ·
06

Was ich anders machen würde

🚅
JR Pass — rechtzeitig kaufen

Ich habe den 21-Tage-Pass noch zu Hause gekauft. Tokio–Osaka–Kyoto–Hiroshima mit dem Shinkansen rechnet sich schon. In Japan ist der Pass teurer und nicht überall erhältlich. Vor der Abreise über die offizielle JR-Website kaufen.

🌡️
August bedeutet Hitze

35 Grad und 80 % Luftfeuchtigkeit — das ist die Realität im August in Tokio. Route so planen, dass man mittags in einem Museum oder einem schattigen Park ist. Gekühlte Tücher aus Automaten sind keine Kuriosität, sondern Notwendigkeit.

💴
Bargeld und 7-Eleven-Geldautomaten

Japan liebt Bargeld. Kleine Tempel, Straßenessen, viele Ryokan — nur Cash. Die Geldautomaten bei 7-Eleven akzeptieren ausländische Karten problemlos. Dort abheben — bei normalen Banken kann es Probleme geben.