August 2025 — drei Wochen, vier Städte, unvergessliche Erinnerungen
Japan stand seit Jahren auf meiner Liste. Im August 2025 hab ich es endlich gemacht — drei Wochen, Rucksack, JR Pass und kein Wort Japanisch. Diese Seite ist mein Gedächtnis. Vielleicht hilft sie auch jemandem bei der Planung.
An Sonntagen wird die Hauptstraße von Ginza für Autos gesperrt und gehört den Fußgängern. Luxusboutiquen, alte Architektur, Straßenmusiker. Ich wollte nur kurz vorbeischauen und habe am Ende einen halben Tag dort verbracht. Das Mitsukoshi-Gebäude mit seiner goldenen Fassade ist allein schon sehenswert.
Der höchste Turm Japans und der zweithöchste der Welt. Von unten wirkt er schlicht unwirklich — der Nacken schmerzt beim Hochschauen. Ich bin nicht raufgefahren (die Schlange und der Preis haben mich abgeschreckt), aber der Blick von unten ist schon beeindruckend. Daneben das Einkaufszentrum Solamachi und die Kanäle des Sumida-Viertels — schön für einen Spaziergang.
Riesiger Park im Herzen Tokios — japanischer, französischer und englischer Garten auf einem Gelände. Bei der Augusthitze eine echte Rettung. Die alten Kiefern sind in bizarre horizontale Formen geschnitten — jeder Baum wirkt wie eine lebende Skulptur. Ich habe drei Stunden dort verbracht, einfach am Teich gesessen mit Matcha-Eis.
Eine Stunde mit dem Zug von Tokio — und eine völlig andere Welt. Kamakura war einst die Hauptstadt der Samurai. Das Ziel: die bronzene Buddha-Statue unter freiem Himmel. Sie steht in den Bergen, umgeben von Bäumen. Anders als der Buddha in Nara ist dieser nicht in einem Gebäude — der Moment, wenn er hinter den Bäumen auftaucht, ist überraschend berührend.
Ein Tempel auf einem Hügel mit Meeresblick und Hunderten kleiner Steinstatuen in roten Lätzchen entlang der Wege. Gleichzeitig schön und irgendwie gruselig. Der Blick auf die Sagami-Bucht vom Hügel gehört zu den besten Aussichten der ganzen Reise.
Osaka ist die Essenshauptstadt Japans. Dotonbori ist ein Kanal mit Neonreklamen und Straßenessen an jeder Ecke. Takoyaki, Ramen, Okonomiyaki — ich habe vier- bis fünfmal am Tag gegessen und bereue nichts. Der berühmte rennende Glico-Mann auf der Hausfassade ist das obligatorische Foto.
Der weiße fünfstöckige Turm vor blauem Augusthimmel — ein starkes Bild. Innen ein Geschichtsmuseum und Stadtpanorama vom obersten Stockwerk. Die Burg wurde 1931 in Beton rekonstruiert, wirkt aber überzeugend. Der Park darum herum ist riesig — gut für einen Morgenlauf oder Spaziergang.
Ein traditioneller japanischer Garten am Fuß der Burg. Mehrere thematische Teilgärten sind durch überdachte Gänge verbunden. Hier versteht man, was japanische Gartenkunst bedeutet — jeder Stein, jeder Baum sitzt nicht zufällig. Der hölzerne Pavillon über dem grünen Teich ist ein Ort, an dem man einfach sitzen und nichts tun möchte.
Tausende orangefarbener Torii-Tore, die einen Berghang hinaufführen. Eines der eindrucksvollsten Orte der gesamten Reise. Die meisten Touristen drehen an der ersten Weggabelung um. Geht weiter — nach 30–40 Minuten verschwindet die Menge und man steht fast allein im orangefarbenen Tunnel.
Ein schmaler Weg durch hohe Bambuspflanzen. Das Rauschen des Winds im Bambus ist völlig einzigartig — dieses Geräusch gibt es nirgendwo sonst. Der Hain selbst ist klein, etwa 15 Gehminuten, aber ringsum gibt es viel: den Tenryu-ji-Tempel, das Flussufer, traditionelle Teeläden. Im August ist das Grün auf dem Höhepunkt.
Ich hab ihn für den Schluss aufgespart — keine Entscheidung bereut. Tokios ältester buddhistischer Tempel wirkt am Ende der Reise ganz anders — man versteht den Kontext, liest den Raum anders. Um 7 Uhr morgens, die Nakamise-Einkaufsstraße noch geschlossen, kaum Touristen. Weihrauch, Mönche, Stille — ein völlig anderer Tempel als mittags.
Kontraste zum Abschluss. Akihabara — das Viertel der Elektronik und Anime-Kultur, mehrstöckige Läden mit Gadgets und Figuren. Jiyugaoka — ein ruhiges Viertel mit europäischen Cafés und Patisserien, das „kleine Paris Tokios". Beide an einem Tag — ein guter Abschluss für eine Reise, die selbst voller Kontraste war.
Ich habe den 21-Tage-Pass noch zu Hause gekauft. Tokio–Osaka–Kyoto–Hiroshima mit dem Shinkansen rechnet sich schon. In Japan ist der Pass teurer und nicht überall erhältlich. Vor der Abreise über die offizielle JR-Website kaufen.
35 Grad und 80 % Luftfeuchtigkeit — das ist die Realität im August in Tokio. Route so planen, dass man mittags in einem Museum oder einem schattigen Park ist. Gekühlte Tücher aus Automaten sind keine Kuriosität, sondern Notwendigkeit.
Japan liebt Bargeld. Kleine Tempel, Straßenessen, viele Ryokan — nur Cash. Die Geldautomaten bei 7-Eleven akzeptieren ausländische Karten problemlos. Dort abheben — bei normalen Banken kann es Probleme geben.